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27.11.2009, 11:19 Uhr - SCM/HMD |
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Offener Brief des Präsidiums des SC Magdeburg |
 René Bethke, Vizepräsident des SC Magdeburg Foto: privat |
Liebe Freunde und Kritiker, liebe Fans und Förderer des Magdeburger Bundesligahandballs, ich richte mich heute an Sie, weil große Aufgaben vor uns liegen. Jetzt muss angepackt werden, wenn wir den Handball in Magdeburg zu alter Stärke zurückbringen wollen. Mein Aufruf: Lassen Sie uns das gemeinsam tun!
Vieles hat in den vergangenen Monaten nicht gut funktioniert. Das wissen wir. Die gute Nachricht aber ist, dass wir immer noch unfassbar große Potenziale haben. Wir sind noch immer wer in Handball-Deutschland. Wir haben noch immer einen großen Namen in Europa. Diese Potenziale zu nutzen, jetzt mit dem Aufbau des „neuen“ SCM zu beginnen, das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Wir wollen voran gehen, aber wir möchten Sie dabei mitnehmen.
Wenn ich hier von „wir“ spreche, dann meine ich die aktuell Handelnden, nämlich unseren Präsidenten und HMD-Geschäftsführer Eckhard Lesse, Vizepräsident Peter Groß, HMD-Prokurist Steffen Stiebler und meine Person, René Bethke, Vizepräsident des SC Magdeburg. Vielleicht sage ich Ihnen an dieser Stelle, wie wir die Aufgaben intern verteilt haben: Eckhard Lesse ist zuständig für Sponsorengespräche und die kaufmännische Leitung, Peter Groß kümmert sich um die juristischen Belange und die Verbindung zum Aufsichtsrat, Steffen Stiebler organisiert alle internen Abläufe und ist Ansprechpartner für die Spieler, und ich selber, René Bethke, habe die Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Wichtige Entscheidungen treffen wir gemeinsam und in Absprache mit den SCM-Gremien.
Ein Blick zurück: Was ist denn eigentlich passiert im Jahr 2007? Ich will es mal so ausdrücken: Eine seit vielen Jahren bestehende, im Ergebnis marode Struktur wurde über Nacht eingerissen. Von heute auf morgen stand alles in Frage. Der Handball in Magdeburg stand kurz vor dem finanziellen Kollaps, der vor allem aufgrund immenser zusätzlicher Gelder, die unsere Sponsoren zur Verfügung gestellt haben, verhindert werden konnte. So sehr sich die Verantwortlichen damals um eine neue Struktur bemühten, so sehr erstickten die finanziellen Zwänge alle guten Absichten. Zuerst entstand Misstrauen gegenüber der Führung des Vereins, dann im ganzen Umfeld. Heute können wir sagen, dass viel verbrannte Erde hinterlassen wurde.
Doch jetzt zeichnet sich ein anderes Bild ab: Erstmals seit vielen Monaten gibt es wieder ein freies Feld, eines, das neu bestellt werden kann. Wir müssen etwas daraus machen, zusammen, nicht gegeneinander!
Die Menschen in Magdeburg haben ein gutes Gespür für Stimmungen, das merken wir Tag für Tag. Und wir merken, dass die Stimmung recht schlecht ist. Fans, Freunde, Sponsoren und Kritiker legen - teilweise zu Recht - die Finger die Wunden. Einiges stimmt noch nicht: die Kommunikation ist holprig, vieles intransparent, wir haben noch keinen neuen Trainer, und auch der neue Geschäftsführer für Marketing und Finanzen steht noch nicht fest. Um es kurz zu sagen: Das Bild des SC Magdeburg wirkt regelrecht grau angesichts der prächtigen Vergangenheit des Clubs mit seinen überragenden Erfolgen, der langen Tradition und den großen Potenzialen. Dieses GRAU muss weg, das haben vor allem Sie, liebe Fans und Förderer, verdient.
Zwei zentrale Fragen beschäftigen uns: Was können wir ändern? Wie kommen wir aus dem aktuellen Tief heraus?
Neben mehreren strukturellen Veränderungen, die ich gleich näher beschreibe, müssen wir in erster Linie zwei Positionen besetzen: Die Position des Trainers/Sportlichen Leiters und die Position des Geschäftsführers Marketing/Finanzen. Ich sage Ihnen, dass wir in beiden Bereichen mit Hochdruck arbeiten und gute Gespräche führen. Wir empfangen viele positive Signale aus dem Magdeburger Umfeld. Die Bereitschaft steigt wieder mitzumachen. Sehen Sie uns nach, dass wir hier und jetzt keine Namen diskutieren können. Ich verspreche Ihnen aber, dass wir nichts unversucht lassen, die beste Lösung zu finden, das bestmögliche Tandem. Und wir werden versuchen, Sie bestmöglich über die Fortschritte zu informieren.
Uns ist vollkommen klar, dass die Geduld der Fans am Ende ist. Wir fühlen uns in der Pflicht, dem gesamten Umfeld innerhalb der nächsten drei Monate sowohl den Trainer als auch den Finanzgeschäftsführer und eine zukunftsfähige Struktur zu präsentieren.
Wenn ich über Struktur spreche, dann geht es unter anderem darum, einen Verantwortlichen für die Medienarbeit zu gewinnen, ein Team aufzubauen, das sich um die Sponsorenbetreuung und -akquise kümmert, natürlich geht es auch darum, den Dialog mit den Fans zu intensivieren, in jedem Fall die Transparenz zu erhöhen und Teile der Mannschaft stärker in den Entwicklungsprozess mit einzubinden.
Das, werden Sie sagen, haben wir schon öfter gehört in den vergangenen Monaten und Jahren. Ich übrigens auch. Meine Bitte: Geben Sie uns noch etwas Zeit, um den Ankündigungen Taten folgen zu lassen. Wir brauchen diese Zeit, denn die Qualität der Entscheidung ist wichtiger als reiner Aktionismus und irgendwelche Schnellschüsse.
Was unsere Ziele für die Zukunft betreffen, herrscht im Verein grundsätzlich Einigkeit: Wir wollen im Rahmen bestehender wirtschaftlicher Möglichkeiten zurück zu alter Stärke, zurück zu den Wurzeln, das Magdeburger Modell stärken, die Vergangenheit ruhen lassen, wir wollen Gemeinsamkeit und Fanbeteiligung, wir wollen Gräben zuschütten und Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückholen.
Ohne Sie, liebe Freunde, Fans und Förderer des Handballs in Magdeburg wird uns das aber nicht gelingen. Darum fordere ich Sie auf: Lassen Sie uns gemeinsam anpacken!
Ihr/Euer Rene Bethke |
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